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Quatsch Didel Datsch

Kinderreime

von Norbert Neugebauer (Autor), Werner Kiepfer (Autor), Petra Lefin (Illustrator)

Kinder wollen unterhalten sein. Sie lieben Geschichten und Spaß, Rhythmus und Reim.
Das Spiel mit den Worten, die einen ähnlichen Klang aufweisen, fasziniert sie. Der Gleichklang und Rhythmus von Versen lassen sie die (Mutter-)Sprache spielerisch erfassen. Dadurch lassen sie sich schnell auswendig lernen, immer wieder nachsprechen und fördern so das Sprachvermögen. - Mit den liebevollen Zeichnungen von Petra Lefin bietet das Heft Unterhaltung für die ganze Familie.

Weinbau in Erfurt

Weinbau in Erfurt

Romi Tennstedt

Foto: Jolinka, Pixelio
Foto: Jolinka, Pixelio

Wenn es um deutschen Wein geht, dann ist die Rede von den Rebhängen der Pfalz bzw. denen an Mosel, Rhein oder Saale. Den Namen Erfurt verbindet man kaum mit der Vorstellung eines Weinanbaugebietes. Doch in früheren Zeiten zierten Weinstöcke die Südhänge der umliegenden Berge, wie z. B. am Roten Berg, am Stollberg oder der Schwellenburg. Denn die Klöster der Stadt benötigten Messwein. Schätzungen zufolge soll es im Mittelalter etwa 2.000 Hektar Weinland in und um die Stadt gegeben haben. Der Erfurter Chronist A. Kirchhoff spricht von „üppigen Rebengelände, die überall die Anhöhen und Hügelrücken bedecken". Allein entlang des Petersbergs sollen acht Hektar Land von den Mönchen des Petersklosters mit Wein bewirtschaftet worden sein; diese Anbaufläche ging beim Bau der Zitadelle im 17. Jahrhundert verloren.  

 

Die Kollegen aus den großen Weinbauregionen wie Rhein und Mosel mögen den roten Traubensaft aus Erfurt wohl belächelt haben. Doch es heißt, innerhalb Thüringens zählte er zu den beliebtesten Weinen. Als herb würzig und bekömmlich wurde er beschrieben und er soll auch nach Hamburg, Bremen und Lübeck gut verkauft worden sein. An Süße hat es ihm wohl gefehlt; das „Erfurter Weinlied" von 1787 jedenfalls preist ihn „versetzt mit Kirschessenz" als Getränk oder „mit Zwieback, Zimt, Erdbeer‘ und Zucker angemacht" als Zutat für eine leckere Kaltschale.

Ob Weinliebhaber Johann Wolfgang Goethe den Erfurter Tropfen je probierte, ist nicht belegt. Er war der Enkel eines Weinhändler und hatte eine Vorliebe für Rheingauer Riesling. In späteren Jahren kam ihm nur Frankenwein aus Würzburg auf den Tisch.

Christian Reichardt allerdings lobte die gesundheitsförderliche Eigenschaft des Erfurter Weines. Eines noch zum Schluss: Erwähnt wurde der Erfurter Weinbau urkundlich erstmals 1121. Und auch heute kann man Rebstöcke am Petersberg finden, denn seit den 1990er Jahren wird hier wieder Wein angebaut.

 

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Teaserbild: Günther Gumbhold, Pixelio

Quellen:
Erfurter Weinzunft 2002 e. V. Link http://www.erfurterweinzunft.de

Holger Werner: Zur Geschichte des Erfurter Weinbaus. In:  „Stadt und Geschichte" Zeitschrift für Erfurt Nr. 32, 11/2006

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