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Die verlassene Schule bei Tschernobyl - Lost Place

Nic

Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl zu einer der schlimmsten Nuklearkatastrophen. Die freigesetzte Radioaktivität entsprach dem zehnfachen der Atom-Bombe von Hiroshima 1945. Erst drei Tage später wurde die 3 km entfernte Stadt Prypjat evakuiert und alle Bürger mussten ab 14 Uhr "vorübergehend" ihren Wohnort verlassen. Seither ist die Mittelschule der Stadt verwaist.

30 Jahre Leerstand hinterlassen Ihre Spuren. Doch genau die machen den Ort sehenswert. Der Großteil der Mittelschule ist in einem unberührten Verfallszustand. Die Wände verlieren ihre Farbe, die alten Schulbücher erinnern an den einstigen Schulalltag. Das Heft zeigt Klassenräumen, Flure, die Turnhalle und die große Schulaula.

Das Heft bietet in der Mitte ein doppelseitiges Poster.

ISBN: 978-3-86397-121-2

Preis: 3,00 €

Gustav Adolf als Erfurter Riemergeselle

Gustav Adolf als Erfurter Riemergeselle

Der Schwedenkönig Gustav Adolf ist auf seinem Siegeszug im Dreißigjährigen Kriege auch nach Erfurt gekommen. Er hielt seinen Einzug am 22. September 1631 und nahm sein Hauptquartier in der Hohen Lilie, da, wo sich in jener Zeit die Heerstraßen von West nach Ost und von Süd nach Norden kreuzten. In der Nachbarschaft dieses Gasthauses lag damals der Gasthof Zum Propheten (jetzt Friedrich - Wilhelm - Platz Nr. 34). Dort waren die Pferde des Königs eingestellt. Als rechter Reiter wollte er am Abend noch einmal nach seinem Lieblingspferde sehen und ging hinüber in die Ställe.

Aber als er durch die Torfahrt kommt, findet er weder hier noch im Hofe drinnen seinen Diener. Doch in einem Gemache im Erdgeschoß hört er ein Gemurmel und öffnet, um zu fragen, die Tür; da stehen viele festlich gekleidete junge Männer um einen Tisch herum, auf dem sich eine offene Lade befindet. Als der König Miene macht, durch die Menge der Versammelten hindurch zu gehen, um seinen Diener zu suchen, wird alles still - und einer schlägt die Lade rasch zu. Das fällt dem König auf, und er fragt, was das bedeute. Man antwortet ihm, dass die Gesellen der Riemer- oder Sattler-Innung dabei sei, einen Lehrling zum Gesellen loszusprechen; das müsse nach altem Brauche vor der feierlich geöffneten Lade geschehen, in der sich die Geräte, Siegel Ordnungen und Urkunden befänden; diesem Heiligtume der Riemer dürfe sich, wenn es offen stehe, nur nähern, wer in die Handwerksgebräuche eingeweiht sei. Von diesen erzählt nun der Altgeselle dem König etliche - und trinkt ihm schließlich freimütig und beherzt den mit Wein gefüllten „Willkomm" der Innung zu.

Lächelnd und leutselig nimmt der König den Trunk an und erklärt: „Nun bin ich auch ein Riemergesell." „Ja!" erwidert jener, „aber es ist Sitte, dass man sich bei der Aufnahme durch ein Geschenk löst." Das hat der Schwedenkönig auch getan, und auf dem Ehrenbecher der Innung befindet sich seitdem ein vergoldetes Schaustück, auf dem das Brustbild Gustav Adolfs und sein Wappen zu sehen ist.

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Überlieferungen gefunden in:

Schulrat Dr. Kürsten/ Rektor Leineweber (Hrsg.): O du Heimatflur. Eine Heimatkunde der Stadt Erfurt in Einzelschriften. Heft 1. Erfurter Sagen, Kenser´sche Buchhandlung Erfurt (ca. 1940)

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