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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Cyriaksburg

Cyriaksburg

Constanze von Kietzell

Einer der beiden Türme der ehemaligen Cyriaksburg dient heute als Aussichtsturm.
Einer der beiden Türme der ehemaligen Cyriaksburg dient heute als Aussichtsturm.

Auf dem Gelände des egapark Erfurts befinden sich nahe des Rosengartens zwei Türme, ehemalige Festungsgebäude und Reste von Wall- und Grabanlagen, die sich Besucher der Gartenausstellung anschauen können.

Diese Überbleibsel gehören zu einer der ersten Festungsanlagen Deutschlands, die Mitte des 16. Jahrhunderts, auf dem Boden eines ehemaligen Nonnenklosters, entstanden. Der Orden der Benediktinerinnen errichtete bereits im 8. Jahrhundert ein Kloster auf dem Domberg, welches jedoch 1123 auf die Anhöhe des Cyriaksberges (265m über NN) verlegt worden ist, weil der damalige Erzbischof Adalbert I. das Gelände für eigene Zwecke benötigte. Die Nonnen schufen sich auf dem Plateau einen eindrucksvollen Bau, bevor es 1478 zur abermaligen Verlegung des Klosters in die Stadt kam: Zur Schutzfunktion sollte auf der Fläche nun eine Burg entstehen, die zum Verteidigungssystem Erfurts gehörte.

Zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges ließ Gustav Adolf II. von Schweden diese Burg zur stärksten Festung Mitteldeutschlands ausbauen, da er ihre strategisch wichtige Lage erkannte. 

Blick von oben auf das Erfurter Gartenbaumuseum auf dem Gelände der früheren Cyriaksburg.
Blick von oben auf das Erfurter Gartenbaumuseum auf dem Gelände der früheren Cyriaksburg.

Als jedoch die wesentlich größere Zitadelle Petersberg 1665 entstand, verlor die Anlage auf der Anhöhe westlich der Stadt an Bedeutung, wurde aber durch Kaiser Napoleon während der französischen Fremdherrschaft im frühen 19. Jahrhundert weiterhin verstärkt.

Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde die Cyriaksburg zur preußischen Festung ersten Ranges, während des ersten Weltkrieges diente sie als Truppenunterkunft und kurz danach, im Jahre 1919, wurde sie mitsamt des Cyriaksberges von der Stadt Erfurt gekauft und die erste Umgestaltung zu einer Gartenanlage erfolgte.
Die erhaltene Caponniere der Erfurter Cyriaksburg.
Die erhaltene Caponniere der Erfurter Cyriaksburg.

 

Mit der Internationalen Gartenbauausstellung (iga), die 1961 eröffnete, funktionierte man einen der Türme zu einer Sternenwarte um und in der Defensionskaserne befand sich nun ein Gartenbaumuseum. Mit der Wende und der damit verbundenen Gründung des heutigen egaparks restaurierte man 1995 die verbliebenen Gebäude; fünf Jahre später fand die Eröffnung des neugegründeten und 1.500m² großen Deutschen Gartenbaumuseums statt.

Der zweite Turm der ursprünglichen Festung trägt heute eine Aussichtsplattform (272m über NN). Von dort aus hat man nicht nur einen guten Blick auf die gesamte frühere Festungsanlage und die ebenfalls erhaltene Seitenkaponniere (in der sich heute ein Weinrestaurant befindet), sondern auch eine Aussicht über die Gartenanlage und die komplette Stadt.

 

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Fotos: Constanze von Kietzell

 

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