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Grit Poppe
Angstfresser
Roman

Br., 130 × 210 mm, 352 S.
ISBN 978-3-96311-239-3

Erschienen: Februar 2020


Angstfresser, der (lat. Hirudo Timor), blutegelähnlicher Parasit, der in der traditionellen chinesischen Medizin als Therapie gegen Angst- und Panik­zustände sowie Traumata eingesetzt wird. Auf anfängliche Nebenwirkungen wie Albträume, Halluzinationen, Wiedererleben früherer Gefühlszustände folgen rapide, kontinuierliche Therapieerfolge.

Scheinbar.
Kyra, eine labile junge Frau, die an den Gespenstern ihrer Vergangenheit zu zerbrechen droht, sieht die Therapie mithilfe eines Hirudo Timors als ihre letzte Chance, sich von ihren Ängsten zu befreien.
Doch was ist Schreckliches passiert, dass jedwede Erinnerung an ihre Kindheit aus ihrem Gedächtnis wie ausgelöscht erscheint?
Nach und nach kann sie sich von ihren posttraumatischen Belastungsstörungen befreien. Doch plötzlich kehren die Erinnerungen zurück und die Vergangenheit holt sie wieder ein …

Wortgewaltig, aber auch sensibel reißt Grit Poppe die Leser in einen Strudel aus Angst, Schuld und Surrealität.

Ehemalige Stasihaftanstalt

Ehemalige Stasihaftanstalt

Andreas Schareck

Gegenüber der Kirche steht auf der Andreasstraße das 1949 errichtete Polizeigebäude. Dieses und das in Richtung Domplatz hinter hohen Ziegelmauern gelegene alte Stadtgefängnis sind für viele heute noch mit Erinnerungen an Angst und Schrecken verbunden. Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) besaß mit der Westseite der Andreasstraße vom Bezirksgericht (Domplatz/Andreasstraße) über Stasi-Knast“ bis hin zur Stasi-Zentrale eine geballte Front als Macht- und Schaltzentrale. Das ehemalige Gerichtsgefängnis wurde 1874 bis 1879 gebaut. In den Mauern des alten Gefängnisses befand sich ab 1952 eines der gefürchteten 17 Stasi-Untersuchungsgefängnisse der DDR. Bis 1989 wurden hier über 5.000 Menschen aus „politischen Gründen“ eingesperrt.

Der Teil des alten Stadtgefängnisses, der als Stasi-Haftanstalt diente, wird heute als Gedenk- und Bildungsstätte mit einer Dauerausstellung zu den Themen „Haft, Diktatur und Revolution“ genutzt.

Untersuchungshaft für Andersdenkende

Statt Fenstern dämmten Glasbausteine das Licht, Luft- und Temperatur waren unerträglich. Licht- und Heizungsschalter lagen im Gang für die Häftlinge unerreichbar. Festnahme („zur Klärung eines Sachverhaltes“), Schockvernehmung, Isolierhaft, Verhörserien, Schlafentzug, massive Drohungen (lebenslange Haft, Sippenhaft) und gesundheitsschädigener Psychodruck sind nur einige Fakten des Grauens.

*****

Textauszug aus: Andreas Schareck, Erfurt; mdv Mitteldeutscher Verlag Halle (Saale), 2014, S. 34



Das Gebäude selbst ist ein preußischer Gefängnisbau aus dem Kaiserreich. Eine Tafel im Innenhof dokumentiert die Geschichte des Hauses.


Die Bildungsstätte Andreasstraße ist Di/Do 12:00-20:00 Uhr und Fr-So 10:00-18:00 Uhr geöffnet
Führungen sonntags 14:00 Uhr oder nach Vereinbarung

*****

Fotos: Andreas Perschon

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Andreasstraße 37a
99084 Erfurt

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