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Strandgut
Ein Inseltagebuch

Berndt Seite

Die Ostsee ist ein Sehnsuchtsort, an dem man seine Gedanken mit dem Meer schweifen lassen kann. Beim Anblick der Wellenbewegungen kommen Erinnerinerungen an das Auf und Ab des Lebens auf. In eindrucks- und stimmungsvollen Bildern beschreibt Berndt Seite in seinem Tagebuch philosophische Reflexionen in Rückblick auf sein privates und poltisches Leben. Das raue und derbe Klima der Ostsee, die verschiedenen Jahreszeiten am Meer haben dabei ihren ganz eigenen Charme und helfen ihm, alte Dinge abzustreifen und wieder zu sich selbst zu finden.

Adam Ries

Adam Ries

Tina Romstedt

Adam-Ries-Rechentafel eingelassen ins Straßenpflaster Erfurts zum Gedenken an Adam Ries
Adam-Ries-Rechentafel eingelassen ins Straßenpflaster Erfurts zum Gedenken an Adam Ries

Adam Ries, der Name ist geläufig und jeder weiß, dass es sich hier um einen geschätzten Rechenmeister handelte. „Das macht nach Adam Ries...", floskelt mancher Mathematiklehrer, wenn er der Klasse eine Rechenaufgabe erklärt. Dass dieser Adam Ries einige Jahre seines Lebens in Erfurt zubrachte und hier wissenschaftlich arbeitete, ist nicht jedem geläufig.

1517/18 kam der gebürtige Oberfranke nach Erfurt. Von seinem vorherigen Leben ist nicht viel bekannt. Wir wissen, dass sein Vater eine Stockmühle (Wassermühle) in Staffelstein betrieb, also das Müllerhandwerk ausübte. Ob und welche Schulausbildung er seinem Sohn bieten konnte, ist nicht verbürgt. Es steht zu vermuten, dass Adams mathematisches Interesse früh entdeckt und gefördert wurde.

Im Haus zum Schwarzen Horn befand sich früher die Druckerei von Mathes Maler. Hier wurden einst die Rechenbücher von Adam Ries gedruckt.
Im Haus zum Schwarzen Horn befand sich früher die Druckerei von Mathes Maler. Hier wurden einst die Rechenbücher von Adam Ries gedruckt.
Adam Ries zählte 25 Lebensjahre, als er nach Erfurt kam und hier eine Rechenschule eröffnete, in welcher er angehenden Handwerkern und Kaufleuten das Rechnen lehrte. Zu diesem Zwecke verfasste er 1518 sein erstes Rechenbuch „Rechnung auff der linihen", das er für Kinder schrieb. Er erklärte darin das Rechnen auf einem Rechenbrett. Ries‘ zweites Rechenbuch „Rechenung auff der linihen und federn" (1522) richtete sich an Lehrlinge kaufmännischer und handwerklicher Berufe und enthält neben dem Rechnen auf dem Rechenbrett auch Anleitungen für das Ziffernrechnen mit arabischen Zahlen. Dieses in deutscher Sprache erschienene Lehrbuch war zu damaliger Zeit einzigartig und wurde ein Bestseller. Es trug entscheidend dazu bei, dass sich in Mitteleuropa das Rechnen mit den arabischen Zahlen durchsetzte.
Texttafel in Erfurt zum Gedenken an den "Vater des moderenen Rechnens"
Texttafel in Erfurt zum Gedenken an den "Vater des moderenen Rechnens"

Mit einem dritten Lehrbuch über die Regeln der Algebra hatte Ries bereits begonnen, als er 1523 nach Annaberg übersiedelte, wo er heiratete und als Rechenmeister im Bergbau sein Geld verdiente.

1559 verstarb Adam Ries. Er gilt bis heute als Vater „des modernen Rechnens". Zum Andenken an ihn hat die Stadt Erfurt am Haus zum Schwarzen Horn in der Michaelisstraße (der alten Druckerei von Mathes Maler) ein dreiteiliges Ensemble aus Texttafel, Büste und im Straßenpflaster eingelassener Rechentafel angebracht.


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Fotos: Tina Romstedt