Erfurt Lese

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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Richard Breslau

Richard Breslau

Winfried Neubert

Richard-Breslau-Denkmal am Flutgraben in Erfrt.
Richard-Breslau-Denkmal am Flutgraben in Erfrt.

Mit der Erhebung Erfurts zur kreisfreien Stadt 1872 trat Richard Breslau im Alter von 37 Jahren als erster das Amt des Oberbürgermeisters von Erfurt an.


Ursprünglich stammte Breslau aus Schlesien. Er war 1835 in Königshütte (heute Chorzów) geboren worden. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften wurde er 1858 nach Erfurt beordert, wo er anfänglich als Regierungs-referendar, dann als Regierungsassessor in die Leitung der Stadt eingeführt wurde. Nachdem er als Offizier im Deutsch-Französischen Krieg seine Führungsqualität erproben konnte, stand seiner Oberbürgermeisterschaft nicht mehr im Wege.

Seine 18-jährige Amtszeit fällt in die sogenannte Gründerzeit, in der Erfurt sich zu einer modernen Industriestadt entwickelte. Mit der Entfestigung 1873 stieg die Einwohnerzahl sprunghaft an. Die Stadt platzte förmlich aus ihren Nähten, was Innovationen notwendig machte. Man schreibt Breslau viele Neuerungen zu: So wurde in seiner Amtszeit eine Zentralwasserleitung verlegt und eine Kanalisationsanlage gebaut, eine effektivere Müllentsorgung geschaffen, ein Städtisches Krankenhaus errichtet, eine Pferde- und bald darauf elektrische Bahn eingeführt, ein neuer und größerer Friedhof angelegt. Als größter Verdienst wird Breslau heute die Umsetzung des Flutgrabenprojektes angerechnet. Damit war und ist Erfurt bis heute vor Überflutungen geschützt.

Richard Breslau wird daher oft „der Vater des modernen Erfurts" genannt. Als Oberbürgermeister war er bis 1889 tätig, danach zog er sich nach Naumburg zurück. In Bad Sachsa starb er 1897 kurz vor seinem 62. Geburtstag. Zu seinem Gedenken ließ die Stadt 1912 ein Denkmal errichten.