Erfurt Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
www.erfurt-lese.de

Weiterempfehlen

Unser Leseangebot

Heft 4

Konsonantenverbindungen sind schwer. Wir üben sehr!

Nun kommen Wörter mit neuen Lautbildungen (z. B. sp oder ng) schwierige Konsonantenverbindungen (z. B. Mitlautgruppen am Wortanfang) und ausgewählte rechtschreibliche Besonderheiten (z. B. ck oder tz). Die Wörter werden, in einem Übungswortschatz zusammengefasst, gelesen, geschrieben und mit den Rechtschreibkommentaren nach Prof. Weigt markiert.

Der Wolfram

Der Wolfram

Ludwig Bechstein

Eines der ältesten Ausstellungsstücke im Erfurter Dom ist der „Wolfram“. Hierbei handelt es sich um eine freistehende Statue aus Bronze. Sie ist um 1160 entstanden und zeigt einen Mann mit ausgebreiteten Armen wie ein Kreuz stehend. In den Händen hält er je eine Kerze. Auf dem Gürtel der Figur sind die Namen des Stifterehepaars Wolfram und Hiltiburc verewigt. Es wird vermutet, dass der Spender der Ministeriale Wolfram sculeterus war, der um 1158 in Urkunden erscheint.

Tina Romstedt

Bronzestatue des Erfurter Domes datiert um 1160
Bronzestatue des Erfurter Domes datiert um 1160

 

Der Wolfram (597)

 

Im hohen Chor des Domes zu Erfurt steht, gegen den Hochaltar gekehrt, ein ehern Bildnis, eine Mannesgestalt von der Größe eines Knaben, das wird der Wolfram genannt; es hält in jeder Hand einen Kirchenleuchter und soll, wie die Mesner sagen, aus Heidenzeiten herrühren; doch dem ist nicht also. Ein junger Patrizier des Namens Wolfram beging ein großes fleischliches Vergehen; solches zu sühnen, verurteilte ihn der Papst zu harter und langer Kirchenbuße, dass er ein ganzes Jahr lang täglich, in der Hand einen Leuchter mit zwei brennenden Kerzen, vor dem Altar stehen sollte, und zwar so lange, als der Dienst der Messe daure. Dies tat nun auch Wolfram, aber er fiel darob ganz von Kräften und vermochte sich kaum aufrecht zu erhalten. Da ward heftig für ihn gebeten, bis ihm die Strafe erlassen wurde, doch stiftete er noch zur Sühne und zum Gedächtnis seiner Reue und Buße das metallene Bild und trat darauf in einen strengen Orden, darin er bald hernach Todes verblichen ist.

***
Quelle: Ludwig Bechstein , Deutsches Sagenbuch, Leipzig 1930
Fotos: T. Romstedt