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Die verlassene Schule bei Tschernobyl - Lost Place

Nic

Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl zu einer der schlimmsten Nuklearkatastrophen. Die freigesetzte Radioaktivität entsprach dem zehnfachen der Atom-Bombe von Hiroshima 1945. Erst drei Tage später wurde die 3 km entfernte Stadt Prypjat evakuiert und alle Bürger mussten ab 14 Uhr "vorübergehend" ihren Wohnort verlassen. Seither ist die Mittelschule der Stadt verwaist.

30 Jahre Leerstand hinterlassen Ihre Spuren. Doch genau die machen den Ort sehenswert. Der Großteil der Mittelschule ist in einem unberührten Verfallszustand. Die Wände verlieren ihre Farbe, die alten Schulbücher erinnern an den einstigen Schulalltag. Das Heft zeigt Klassenräumen, Flure, die Turnhalle und die große Schulaula.

Das Heft bietet in der Mitte ein doppelseitiges Poster.

ISBN: 978-3-86397-121-2

Preis: 3,00 €

Carillon

Carillon

Winfried Neubert

Bartholomäusturm in der Fußgängerzone am Anger
Bartholomäusturm in der Fußgängerzone am Anger

Nicht nur dass in Erfurt eine der größten, ältesten und wohlklingendsten Glocken der Welt hängt – mancher nennt unsere Gloriosa auch die Königin –, nein die Stadt Erfurt verfügt zudem auch ein über ein Carillon. Wer nun nicht genau weiß, was ein Carillon ist, der stelle sich eine Orgel vor, bei der die Pfeifen durch Glocken ersetzt wurden, die per Seilzug mit der Tastatur verbunden sind. Doch spätestens seit dem Film "Willkommen bei den Sch'tis" (2008) ist das Instrument den meisten bekannt.

Der Begriff "Carillon" kommt aus dem Französischen. Dieses spielbare Glockenspiel ist v. a. in Nordfrankreich, Belgien und den Niederlanden zu Hause. 2014 gibt es deutschlandweit 46 solcher Glockenspiele (Tendenz steigend), das Erfurter Carillon gehört mit seinen 5 Oktaven zu den zehn größten. Es besteht aus sechzig Bronzeglocken, wovon die leichteste zehn Kilogramm schwer ist. Alle Glocken gemeinsam bringen ein Gewicht von fast 14 Tonnen auf die Waage.

Das Erfurter Glockenspiel befindet sich im Bartholomäusturm auf dem Erfurter Anger. Es entstand im Jahr 1979 und wurde vom Ministerium für Kultur gestiftet. Als am 7. Oktober anlässlich des 30. Jahrestag der Gründung der DDR das Glockenspiel zum ersten Mal erklang, war der Anger gefüllt mit Menschen, viel mehr als erwartet.


Bei der Restaurierung des Bartholomäusturmes 1992 erhielt das Carillon eine computergesteuerte Spielautomatik. Diese lässt nun dreimal täglich die Glocken mit wechselnden Melodien für einige Minuten erklingen. Jeweils 10.00, 12.00 und 18.00 Uhr haben Sie die Möglichkeit zu lauschen. Etwa jeden zweiten Samstag Nachmittag und zu besonderen Anlässen schlägt Ulrich Seidel, seit 2010 Carillonneur in Erfurt, selbst die Glocken an. Wer nicht erst bis zum nächsten Termin warten möchte, der kann unter folgendem Link eine Hörprobe genießen.

http://www.stadtmuseum-erfurt.de/carillon/bells_in_vibration.MP4

Vielleicht kann sich der ein oder andere erinnern. Im Juli des Jahres 2012 fand ein sechstägiges Carillon-Festival in Erfurt statt. Damals waren Glockenspieler aus Deutschland und aus dem Ausland waren eingeladen, auf dem Erfurter Carillon ihr bestes zu Gehör zu bringen. Wenn Sie dieses Highlight damals verpast haben, grämen Sie sich nicht: Gelegentlich sind auch weiterhin Gast-Carillonneure in Erfurt zu hören.

Auf der Homepage www.bartholomaeusturm.de finden sie die aktuellen Termine zu den Glockenspielkonzerten.

 

***

Weiterfürhrende Literatur

Steffen Raßloff: 30 Jahre Carillon im Bartholomäusturm. Ein Kapitel Erfurter Kulturgeschichte. In: Mitteilungen des Vereins für die Geschichte und Altertumskunde von Erfurt 71 (2010). S. 149–162. als pdf

 

Teaserbild:  Uwe Schlick  / pixelio.de

Foto im Text: Winfried Neubert 2014

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Anger 51
99084 Erfurt

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