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Eberhard Brecht

Zerstörte Lebenswelten
Juden in Quedlinburg 1933–1945

Eberhard Brecht schildert das Leben und Leiden von Juden in der Kleinstadt Quedlinburg vor und während der NS-Diktatur. Glaube und Rituale wurden gelebt, ohne dass sich die Juden der Stadt in einer Parallelgesellschaft bewegten. Im Gegenteil: Gläubige wie zum Protestantismus konvertierte Juden trugen maßgeblich zum gesellschaftlichen Leben der Stadt bei. Diese Integration löste sich nach 1933 mit der antisemitischen Propaganda, den Nürnberger Gesetzen und anderen Einschränkungen von persönlicher Freiheit sowie den Ausschreitungen gegen Juden und ihre Geschäfte, insbesondere in der Pogromnacht 1938, auf.

Kulturhof zum Güldenen Krönbacken

Kulturhof zum Güldenen Krönbacken

Andreas Schareck

Links an die Dreifaltigkeitskapelle schließt sich das „Haus zum Gül­denen Krönbacken“ an. Es ist eines der ältesten Häuser Erfurts und bildet zusammen mit der „Galerie Waidspeicher“ das Ensemble des Kulturhofes. Den rechten frühgotischen Gebäudeteil ziert eine Renaissancefassade.

Im Erdgeschoss stützen korinthi­sche Säulen die Fenster und das Portal. Sitzsteine ragen links und rechts im Portal nur noch weni­ge Zentimeter aus dem Boden, denn die Michaelisstraße ist über die Jahrhunderte „gewachsen“. Die Wappen des Ehepaares „Ilgen von Milwicz“ und „Anna Schwan­flogelin“ bezeugen die Eigentü­mer des Hauses. Über den Wappen rahmt die geteilte Jahresangabe der Fassadenfertigstellung (1561) den frommen Hausspruch: „Gott spricht es, so geschieht es.“ Der lin­ke Teil des Bauensembles besteht aus dem gotischen Torhaus mit großer spitzbogiger Toreinfahrt. Im Schlussstein des Torbogens ist das Baujahr 1534 in gotischen Zif­fern festgehalten. In den darüber­liegenden zwei Fachwerkgeschos­sen zeigt das Gebälk Muschelorna­mentik.

Unter dem Torhaus hindurch bie­tet rechter Hand eine alte Tür Ein­lass. In den Sommermonaten finden hier monatliche Ausstel­lungen und Projekte Raum. Den hinteren Hofbereich begrenzt ein Waidspeicher, der aus dem Jahr 1468 stammt und die Galerie be­herbergt.

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Foto: A. Perschon

Textquelle: Andreas Schareck: Erfurt; mdv Mitteldeutscher Verlag GmbH, Halle (Saale), 2014, S. 39

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Kulturhof zum Güldenen Krönbacken

Michaelisstraße 10
99084 Erfurt

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