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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Angermuseum

Angermuseum

Constanze von Kietzell

Das Angermuseum befindet sich direkt am Kreuzungspunkt der belebten Fußgängerzone
Das Angermuseum befindet sich direkt am Kreuzungspunkt der belebten Fußgängerzone

Nah an der Kreuzung auf dem Anger befindet sich das Gebäude, welches das Angermuseum beherbergt – ein imposanter, gelber Bau im Barockstil.

Der ehemals kurmainzische Pack- und Waagehof wurde Anfang des 18. Jahrhunderts unter dem Statthalter Philipp Wilhelm Reichsgraf von Boineburg errichtet und diente 180 Jahre später erstmals seiner heutigen Bestimmung, als 1886 eine Gemäldegalerie eröffnet wurde. Diese, durch Bürgerinitiative gegründet, zeigte den Nachlass des Erfurter Malers Friedrich Nerly – einer Schenkung durch dessen Sohn.

Ab 1935, mit dem Auszug der Bibliothek, stand das ganze Gebäude dem Museum mit seiner wachsenden Kunstsammlung zur Verfügung. Während des Zweiten Weltkrieges mussten die Werke ausgelagert werden und auch am Bau entstanden schwere Schädigungen.

Der ehemalige kurmainzische Pack- und Waagehof aus dem frühen 18. Jahrhundert besticht durch seine reich verzierte Fassade.
Der ehemalige kurmainzische Pack- und Waagehof aus dem frühen 18. Jahrhundert besticht durch seine reich verzierte Fassade.

Nach der letzten, fünfjährigen Renovierungsphase erstrahlte das Museum in neuem Glanz und eröffnete 2010 als Kunstmuseum seine Pforten.

Und diese Pforten gewähren einen Blick auf vielzählige Schätze: Schon im Erdgeschoss warten der „Heckelraum" (ein Raum mit den „wichtigsten erhaltenen Wandbildern des Expressionismus", die 1922–1924 von Erich Heckel gemalt wurden) und die Räume des Mittelalters darauf, staunend betrachtet zu werden. Letztere ermöglichen unter anderem einen Blick auf Fragmente des Augustineraltars vom 14. Jahrhundert oder auch auf das vier Meter hohe Portal des alten Erfurter Rathauses aus dem Jahre 1581.

Im ersten Obergeschoss befindet sich die Gemäldeausstellung mit Werken vom 17. bis zum 21. Jahrhundert. Ob Portraits, Stillleben oder Landschaftsgemälde, ob J. F. A. Tischbein, C. Rottmann oder J. S. Beck  – hier lässt sich schon einige Zeit beim Betrachten der Bilder verbringen.

In dem barocken Prunkbau befindet sich heute ein Kunstmuseum.
In dem barocken Prunkbau befindet sich heute ein Kunstmuseum.

Die folgenden Räume widmen sich dem Kunsthandwerk. Geht der Besucher durch das Junkersandzimmer mit seiner eindrucksvollen Wandvertäfelung und den Möbeln der Spätrenaissance, kann er allerhand weitere Kostbarkeiten entdecken. Über jahrhundertealte Spiegel und Schränke lassen sich auch Musikinstrumente wie die Lauten von 1611 und 1745 oder das Claviorganum von 1760 entdecken. Durch das Rokokozimmer (Mitte 18. Jahrhundert) wird er in den zweiten Kunsthandwerksraum, in dem Kostbarkeiten wie Schmuck, Figuren, Pokale oder Kerzenständer in Glasvitrinen untergebracht sind, geführt, bevor er im dritten Bereich Glas, Keramik und gut sortiertes Porzellan bewundern kann.

Die Sonderausstellungen befinden sich, unter einem eindrucksvollen Deckengemälde, im Obergeschoss des Hauses. Spätestens wenn diese wechseln, lohnt sich ein erneuter Besuch in Erfurts Kunstmuseum!

 


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Fotos: Constanze von Kietzell

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