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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Michaleliskirche

Michaleliskirche

Anette Huber-Kemmesies

An der via regia im jüdischen Viertel Erfurts entstand bereits 1183 eine dem Straßenverlauf angepasste, trapezförmige Kirche. Auf ihren Grundmauern wurde 1278 bis 1290 eine gotische Saalkirche für die Michaelisgemeinde errichtet. Nur der untere Teil des Turmes stammt noch vom Vorgängerbau.

Mit der Gründung der Erfurter Universität, deren Hauptgebäude gegenüber der Kirche errichtet worden war, wurde aus der Pfarrkirche eine Universitätskirche. Durch die immer größer werdende Zahl an Studenten wurde 1451 ein Nordflügel angebaut. Um 1500 vollendete man den Bau der Dreifaltigkeitskapelle.

Als Martin Luther in den Jahren 1501 bis 1505 in Erfurt studierte, besuchte er regelmäßig die Messe in der Michaeliskirche. Im Jahr 1520 fand der erste evangelische Gottesdienst in dieser Kirche statt. Am 21. Oktober 1522, fünf Jahre nach seinem berühmten Thesenanschlag gegen den Ablasshandel in Wittenberg, hielt Martin Luther selbst eine Predigt über den „Glauben von den Werken″ in diesen Mauern.

In den folgenden Jahren fanden immer weitere Überholungsarbeiten statt. Nach der Schließung der Universität 1816 wurde die einstige Universitätskirche zur Gemeindekirche.

1928 erfolge dann der Westanbau. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Kirche stark beschädigt, woraufhin sie in den Jahren 1958 bis 1960 umfangreich restauriert wurde. Seit 1973 gehört die Michaeliskirche zur Evangelischen Stadtmission.

Zu den bedeutendsten kulturhistorischen Kunstwerken der Kirche zählt, neben den hölzernen Spitztonnen (Decken-Gewölbeform) aus dem 15. Jahrhundert und einer prächtigen Orgel, die älteste Glocke Erfurts. Sie wurde bereits 1380 gegossen und trägt den Namen „Katharina″. 

Sollten Sie die Gelegenheit haben, eines der in der Michaeliskirche veranstalteten Konzerte besuchen zu können, nutzen Sie diese. Und verpassen Sie auch nicht, den kleinen spätgotischen Innenhof zu besichtigen. 

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Fotos: Tina Romstedt

Michaleliskirche

Michaelisstraße 10
99084 Erfurt

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