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London kommt!

Pückler und Fontane in England

Klaus-Werner Haupt

Hardcover, 140 Seiten, 2019

Im Herbst 1826 reist Hermann Fürst von Pückler-Muskau erneut auf die Britischen Inseln, denn er ist auf der Suche nach einer vermögenden Braut. Aus der Glücksjagd wird eine Parkjagd, in deren Folge die Landschaftsgärten von Muskau und Branitz entstehen. Auch die Bewunderung für die feine englische Gesellschaft wird den Fürsten zeitlebens begleiten.

Theodor Fontane kommt zunächst als Tourist nach London, 1852 als freischaffender Feuilletonist, 1855 im Auftrag der preußischen Regierung. Seine journalistische Tätigkeit ist weitgehend unbekannt, doch sie bietet ein weites Feld für seine späteren Romane.

Die vorliegende Studie verbindet auf kurzweilige Art Biografisches mit Zeitgeschehen. Die Erlebnisse der beiden Protagonisten sind von überraschender Aktualität.

Der heilige Bonifatius

Der heilige Bonifatius

Anette Huber-Kemmesies

Das Leben des heiligen Bonifatius kann nur aus einem spärlichen Bestand von Briefen und Erzählungen rekonstruiert werden. Er ist und bleibt eine Gestalt zwischen Mythos und Wahrheit. Dies wird schon an seinem unsicheren Geburtsdatum ersichtlich, welches auf zwischen 673 und 675 datiert wird. Überlieferungen zufolge soll sich der aus der Grafschaft Devon im Südwesten Englands als Wynfreth geborene schon im Kindesalter zum Glauben und den Tätigkeiten eines Missionars hingezogen gefühlt haben. Seine Missionarsarbeit vollzog er bei den Franken, von da aus zog er weiter zu den Friesen, um diese zu bekehren, doch scheiterte er an den heidnischen Frankengegnern im Jahre 716, woraufhin es ihn in seine Heimat zurück verschlug, in der er zum Abt ernannt wurde. An der Missionierung der Friesen sollte Bonifatius, der diesen klerikalen Namen von Papst Gregor II. 719 erhielt, nicht nur einmal scheitern. Dennoch gelang es dem Gründer etlicher Klöster und Kirchen viele heidnische Gemeinden in ganz Deutschland zu missionieren. Daher ist er auch unter dem Namen „Apostel der Deutschen" bekannt.

Zu den bekanntesten Ereignissen seines Handelns gehörte wohl die Fällung der Donar-Eiche bei Geismar (Hessen), die dem nordischen Gott Donar (oder Thor) gewidmet war. Bonifatius statuierte somit ein nicht ungefährliches Exempel. Die Anhänger des polytheistischen nordischen Glaubens ließen ihn in Erwartung einer Reaktion des Donnerers gewähren; diese blieb allerdings aus, und sie fügten sich aus Ehrfurcht dem neuen Gott und Glauben.

Auch in Thüringen trieb Bonifatuis die Christianisierung voran. Er erkannte Erfurt (Erphesfurt) als strategisch wichtigen Ort und gründete hier 742 ein Bistum. Einer Sage nach (Die Wagweide) soll Bonifatius auch im Erfurter Steigerwald einen Götter- Weltenbaum gefällt haben, um die Bevölkerung, die sich zum Christentum hingezogen fühlte, vollends zum neuen Glauben zu bewegen.

Aus anderen Zeugnissen geht hervor, dass Bonifatius auf dem Domhügel zu Erfurt eine Kirche erbauen ließ, der später der Erfurter Dom folgte. Rund fünf Jahre später gliederte er das Erfurter Bistum dem Bistum Mainz an, wo er zum Bischof ernannt worden war. Sein Wirken ebnete den Boden für die weitere Entwicklung Erfurts. Somit kann Bonifatius als Gründer der Stadt Erfurt angesehen werden. Nach ihm ist die kleine katholische Pfarrgemeinde St. Bonifatius in Erfurt-Hochheim benannt.

Der Tod des Bonifatius gleicht den sagenhaften Momenten seiner Lebensüberlieferungen: Einigen Forschungsständen zufolge habe er als Märtyrer sterben wollen, anderen wiederum scheiterte er an einem erneuten und letzten Versuch, die Friesen zu missionieren, denn er wurde am Flussufer der Boorne um 755 erschlagen aufgefunden.

Bild: Bonifatiusdarstellung aus dem 11. Jh., gemeinfrei. entnommen Wikipedia. - Fuldaer Sakramentar, Bamberg, Staatliche Bibl., Ms. Lit. 1, saec. Xex, fol. 126v

(Quelle: Michael Tangl: Leben des heiligen Bonifazius von Wilibald bis Otloh, der h. Leoba von Rudolf von Fulda, des Abtes Sturmi von Eigil, Leipzig 1920)