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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Johann Bartholomäus Trommsdorff (1770–1837)

Johann Bartholomäus Trommsdorff (1770–1837)

Tina Romstedt

Gedenktafel an der Hauptpostgebäude am Erfurter Anger
Gedenktafel an der Hauptpostgebäude am Erfurter Anger


Trommsdorff war einer der bekanntesten Apotheker seiner Zeit. Leider ist der Ort seines Wirkens, die Schwanen-Ring-Apotheke, nicht mehr vorhanden. Sie stand ehemals direkt auf dem Anger an der Ecke zur Schlösserstraße. 1880 musste sie dem Bau der preußischen Hauptpost weichen. Eine Gedenktafel an der Ecke des Postgebäudes erinnert noch daran.

 

 

Ein Fenster der Hauptpost zeigt diese Medaille zu Ehren Trommsdorffs
Ein Fenster der Hauptpost zeigt diese Medaille zu Ehren Trommsdorffs

Im folgenden Jahr erhielt er die Möglichkeit, bei dem einflussreichen Wilhelm Heinrich Sebastian Bucholz in der Hofapotheke Weimar eine Lehre zu beginnen. Schon hier zeigte er großes Interesse an Forschung und Wissenschaft.

Nach Ende der Lehrzeit ging auf längere Wanderschaft nach Stettin und Stargard, um seine Kenntnisse zu erweitern. Im Dezember 1789 verstarb sein Stiefvater und so kehrte der junge Trommsdorff in seine Heimatstadt zurück und übernahm 1790 die väterliche Apotheke.


Mit 22 Jahren wurde er Mitglied der Kurfürstlichen Mainzischen Akademie nützlicher Wissenschaften. Mit 24 bewarb er sich an der Medizinischen Fakultät Erfurts für die Professur für Chemie. Die hierfür notwendige Promotion erledigte er innerhalb weniger Monate, wurde zum außerordentlichen Professor ernannt und hielt an der Erfurter Universität Vorlesungen über Chemie, Mineralogie, Pharmazie sowie Rezeptierkunst.

Bald darauf gründete er seine eigene Chemisch-physikalisch-pharmaceutische Pensionsanstalt für Jünglinge, das erste  pharmazeutische Institut in Deutschland. Hier wurden angehende Apotheker in Physik, Chemie und Pharmazie sowie in Botanik, Zoologie, Mineralogie, Mathematik und Naturlehre ausgebildet. Damit gilt Trommsdorff als Wegbereiter des akademischen pharmazeutischen Studiums.

 

Überhaupt kann er als Vater der wissenschaftlichen Pharmazie bezeichnet werden. Er zählte zu den Mitbegründern des Erfurter Apothekerkränzchens, einer der ersten Apothekervereinigungen Deutschlands, förderte den Bau der ersten Fabriken zur Herstellung von chemisch-pharmazeutischen Produkte und begründete mit seinem Journal der Pharmazie für Ärzte und Apotheker das pharmazeutische Zeitschriftenwesen .

 

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Fotos: Tina Romstedt