Erfurt Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
www.erfurt-lese.de
Unser Leseangebot

Hans-Jürgen Malles
Kennst du Friedrich Hölderlin?

Seine Werke gehört neben denen Goethes und Schillers zu den bedeutendsten der deutschen Klassik, auch wenn sein Leben im Wahnsinn endete. Eine Hinführung zum Verständnis von Hölderlins Persönlichkeit und Werk bietet Deutschlehrer Malles hier. Der Leser erhält Einblicke in ein facettenreiches Leben voller Höhen und Tiefen und darf teilhaben an Hölderlins Begeisterung für die Französische Revolution und die griechische Antike. Auch die Liebe zu Susette Gontard soll nicht unerwähnt bleiben.

Faustgässchen

Faustgässchen

Gegen die Mitte der Schlössergasse zu Erfurt geht ein Gäßchen zwischen Häusern durch, so schmal, daß ein Dicker nicht durch kann; das ist Doktor Fausts Gäßchen, und da hindurch fuhr Faustus, als er in Erfurt war, mit einem ganzen Fuder Heu.

So kurz fasst Ludwig Bechstein die Begebenheit in Text Nr. 591 seines Deutschen Sagenbuchs zusammen. Ausführlicher erzählt es ein anonymer Überlieferer:

Doktor Faust, der große Zauberer, schloss zu Erfurt mit seinen Studenten eine Wette darüber ab, dass er durch ein schmales Gässchen, in dem zwei Personen nicht aneinander vorbeigehen konnten, vierspännig mit einem Fuder Heu fahren wolle.

Unter dem Zulauf vieler Leute fuhr der berühmte Schwarzkünstler mit vier Ochsen einen großen Wagen voll Heu durch die Schlössergasse bis vor das enge Gässchen. Dort erhob er seine rechte Hand, in der er seinen Zauberstab trug, und sofort verwandelten sich die Ochsen in vier Mäuse, der Wagen wurde zu einem Strohhalm. Damit fuhr Doktor Faust dann durch das Gässchen. Am andern Ende, in der Borngasse, wurde aus dem winzigen Gefährt wieder der mächtige Heuwagen von früher, von vier Ochsen gezogen. Doktor Faust hatte damit seine Wette gewonnen.

Die schmale Gasse ist nach diesem sagenhaften Geschehen das Faustgässchen benannt.

Weitere Beiträge dieser Rubrik

Unsere Website benutzt Cookies. Durch die weitere Nutzung unserer Inhalte stimmen Sie der Verwendung zu. Akzeptieren Weitere Informationen