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Unser Leseangebot

Das Kräuterweib vom Hexenberg, Band 2

Bedeutung und Anwendung von Heil- und Gewürzpflanzen

Diese übersichliche kleine Broschüre vermittelt althergebrachtes Wissen um die Zubereitung und Wirkung hiesiger Kräuter und Heilpflanzen.

Wie schon im ersten Heft sind hier Tipps für die Herstellung eigener Hausmittelchen gegen allerhand Alltagszipperlein, wie Erkältungen, Husten, Rheumaschmerzen, Insektenstiche, Nervenleiden oder Hautprobleme gesammelt.

Faustgässchen

Faustgässchen

Gegen die Mitte der Schlössergasse zu Erfurt geht ein Gäßchen zwischen Häusern durch, so schmal, daß ein Dicker nicht durch kann; das ist Doktor Fausts Gäßchen, und da hindurch fuhr Faustus, als er in Erfurt war, mit einem ganzen Fuder Heu.

So kurz fasst Ludwig Bechstein die Begebenheit in Text Nr. 591 seines Deutschen Sagenbuchs zusammen. Ausführlicher erzählt es ein anonymer Überlieferer:

Doktor Faust, der große Zauberer, schloss zu Erfurt mit seinen Studenten eine Wette darüber ab, dass er durch ein schmales Gässchen, in dem zwei Personen nicht aneinander vorbeigehen konnten, vierspännig mit einem Fuder Heu fahren wolle.

Unter dem Zulauf vieler Leute fuhr der berühmte Schwarzkünstler mit vier Ochsen einen großen Wagen voll Heu durch die Schlössergasse bis vor das enge Gässchen. Dort erhob er seine rechte Hand, in der er seinen Zauberstab trug, und sofort verwandelten sich die Ochsen in vier Mäuse, der Wagen wurde zu einem Strohhalm. Damit fuhr Doktor Faust dann durch das Gässchen. Am andern Ende, in der Borngasse, wurde aus dem winzigen Gefährt wieder der mächtige Heuwagen von früher, von vier Ochsen gezogen. Doktor Faust hatte damit seine Wette gewonnen.

Die schmale Gasse ist nach diesem sagenhaften Geschehen das Faustgässchen benannt.