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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Gunda Niemann-Stirnemann

Gunda Niemann-Stirnemann

Ulrike Unger

Mit Energie und Enthusiasmus zur Eisschnellläuferin des Jahrhunderts.
 Gunda Niemann (damals Kleemann) 1988 bei den DDR-Einzelstrecken-Meisterschaften der Eisschnelläufer in Berlin.
Gunda Niemann (damals Kleemann) 1988 bei den DDR-Einzelstrecken-Meisterschaften der Eisschnelläufer in Berlin.
Als sie siebzehn war und mit ihrer Karriere noch ganz am Anfang stand, hielt die Sportwelt ihre Bemühungen für chancenlos: zu spät begonnen, ihr Laufstil zu schwerfällig. Die Experten des Hochleistungssports wurden jedoch eines Besseren belehrt.

Im nordthüringischen Sondershausen wurde sie 1966 als Gunda Kleemann geboren. Der Sport war schon immer ihr Zuhause. Sie probierte viel aus, Leichtathletik und Volleyball, auch Radfahren, aber all das wollte ihr nicht recht gefallen. Dann eben Eissport. Das Training begann sie 1983 beim SC Turbine Erfurt (heute ESC Erfurt), zunächst bei Gabriele Fuß, später bei Stephan Gneupel und Klaus Ebert. Bereits zwei Jahre später gewann sie erstmals Gold bei der Kinder- und Jugendspartakiade in Chemnitz, damals noch Karl-Marx-Stadt. Fortan war ihr Aufstieg nicht mehr aufzuhalten. Sie hatte „ihre" Sportart gefunden und verteidigte ihr wachsendes Können immer wieder mit viel Eifer und harter Ausdauer. Wie sie auf ihrer Homepage selber schreibt, war sie in den ersten Jahren auf dem Eis stets „hin- und hergerissen zwischen unbändigem Willen und schierer Verzweiflung". 1989 folgte prompt ein internationaler Sieg: ihr erster EM-Titel.

Gunda Niemann am Anfang ihrer Spitzen-Laufbahn.
Gunda Niemann am Anfang ihrer Spitzen-Laufbahn.

Die Bilanz ihrer sportlichen Ergebnisse ist eindrucksvoll. Gunda Niemann-Stirnemann holte während ihrer Zeit als Eisschnellläuferin 8 Olympiamedaillen, darunter dreimal Gold, 19 WM- und 8 EM-Titel sowie diverse Meistertitel und Einzelstreckensiege. Was das olympische Gold angeht, hat bisher nur Claudia Pechstein in derselben Disziplin mehr Medaillen errungen. Den Osloer Ehrentitel des „Eis-Oskar" hat Gunda Niemann-Stirnemann bisher als einzige Frau der Welt erhalten, und das gleich dreimal. Sie gilt als die wichtigste Auszeichnung im Eisschnelllauf.

Aufgrund ihrer Leidenschaft für den Eissport, engagierte sich Gunda Niemann-Stirnemann, die seit einigen Jahren Ehrenbürgerin Erfurts ist, für einen Neubau der Eishalle der Stadt. Mit der Eröffnung 2001 trägt diese nun den Namen „Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle".

Ihre außerordentlichen Erfolge führten dazu, dass sie 1999 zur Eisschnellläuferin des Jahrhunderts gewählt wurde. Das Talent der Sportlerin scheint sich indes auch auf ihren Nachwuchs zu übertragen. Wie einst die Mutter trainiert Tochter Victoria mittlerweile ehrgeizig Eisschnelllauf.

Obwohl Gunda Niemann-Stirnemann 2005 ihren Abschied von den Schlittschuhen nahm, ist sie in Erfurt als Trainerin der Junioren jedoch weiterhin präsent. Das klingt wie ein geordneter Rückzug aus einem nervenaufreibenden Sportlerleben. Weit gefehlt. Diese Arbeit ist nur ein Wechsel auf eine andere Ebene, denn eine Frau wie Gunda Niemann-Stirnemann, mit diesem Selbstvertrauen und dieser Zielstrebigkeit, hat noch viel vor. Vielleicht wird man sie in einigen Jahren als Bundestrainerin sehen.

 

Seit 2012 hat Gunda Niemann-Stirnemann die Schirmherrschaft des ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes Stadt Erfurt und Umland inne. Sie unterstützt hier Kinder mit lebensverkürzenden Erkrankungen und deren Familien. 

 

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weiterführende Seiten

http://gundaniemann.de/index.php/portrait
http://www.olympia-lexikon.de/Gunda_Niemann-Stirnemann
http://de.wikipedia.org/wiki/Gunda_Niemann-Stirnemann
http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Starke-Frauen-Gunda-Niemann-Stirnemann-im-Portraet-1037367099
http://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/eisschnellauf-gunda-niemann-stirnemann-beendet-karriere-1279897.html
http://www.gunda-niemann-stirnemann-halle.de/wp/geschichte/

 

 

Bildrechte:

Foto 1: Klaus Oberst 1988; Bundesarchiv, Bild 183-1988-1211-006 / CC-BY-SA

Foto 2: UweFan; Attribution 3.0 Unported (CC BY 3.0)