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Wie lebte man damit, Sohn des Reformators Martin Luther zu sei? Diese Frage trieb den Autor Christoph Werner an. Entstanden ist eine fiktive Autobiographie des jüngsten Luthersohnes. Er berichtet vom Leben der Familie Luther und ihrer Zeit.

Paulus Luther.
Sein Leben von ihm selbst aufgeschrieben

Roman von Christoph Werner

 

 

Vom Himmel hoch da komm ich her

Vom Himmel hoch da komm ich her

Tina Romstedt

Martin Luther wusste um die Bedeutung des gemeinsamen Singens. Es verbindet die Menschen und lässt ihre Herzen ein Stück näher zusammen rücken. Deshalb machte es sich der Reformator selbst zur Aufgabe, neue Lieder zu schaffen, die den entstehenden protestantischen Gemeinden zur gemeinsamen Andacht zur Verfügung standen.

Bis heute sind einige Lieder Luthers in den evangelischen Kirchenliederbüchern vertreten. So stammt auch das allbekannte Vom Himmel hoch da komm' ich her, das zur Weihnachtszeit nicht nur in den Kirchen gesungen wird, vom Reformator selbst. Für seine eigenen Kinder soll der Text anlässlich des Weihnachtsfestes 1535 seiner Feder entsprungen sein. Inhaltlich stellt es einen Teil der Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas-Evangelium nach.

Anfänglich, so heißt es, sei der Text noch auf eine alte Spielmannsmelodie gesungen worden. Erst später komponierte Luther die heute übliche Choralmelodie. 1539 wurde das Lied dann erstmals gedruckt und ist seither aus den protestantischen Weihnachtsgottesdiensten nicht wegzudenken. Üblicherweise werden heute nur die ersten drei Strophen gesungen.

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Vom Himmel hoch, da komm ich her.


1. Vom Himmel hoch da komm ich her.
Ich bring' euch gute neue Mär,
Der guten Mär bring ich so viel,
Davon ich singn und sagen will.


2. Euch ist ein Kindlein heut' geborn
Von einer Jungfrau auserkorn,
Ein Kindelein, so zart und fein,
Das soll eu'r Freud und Wonne sein. 


3. Es ist der Herr Christ, unser Gott,
Der will euch führn aus aller Not,
Er will eu'r Heiland selber sein,
Von allen Sünden machen rein.

4. Er bringt euch alle Seligkeit,
Die Gott der Vater hat bereit,
Daß ihr mit uns im Himmelreich
Sollt leben nun und ewiglich.

6. Des laßt uns alle frölich sein
Und mit den Hirten gehn hinein,
Zu sehn, was Gott uns hat beschert,
Mit seinem lieben Sohn verehrt.

8.Sei mir willkommen, edler Gast!
Den Sünder nicht verschmähet hast
Und kommst ins Elend her zu mir,
Wie soll ich immer danken dir?

10. Und wär' die Welt vielmal so weit,
Von Edelstein und Gold bereit',
So wär sie doch dir viel zu klein,
Zu sein ein enges Wiegelein.

12. Das hat also gefallen dir,
Die Wahrheit anzuzeigen mir:
Wie aller Welt Macht, Ehr und Gut
Vor dir nichts gilt, nichts hilft noch tut.

14. Davon ich allzeit fröhlich sei,
Zu springen, singen immer frei
Das rechte Susaninne schon,
Mit Herzenslust den süßen Ton.

5. So merket nun das Zeichen recht:
Die Krippe, Windelein so schlecht,
Da findet ihr das Kind gelegt,
Das alle Welt erhält und trägt.

7. Merk auf, mein Herz, und sieh dorthin!
Was liegt dort in dem Krippelein?
Wes ist das schöne Kindelein?
Es ist das liebe Jesulein.

9. Ach, Herr, du Schöpfer aller Ding,
Wie bist du worden so gering,
Daß du da liegst auf dürrem Gras,
Davon ein Rind und Esel aß!

11. Der Sammet und die Seide dein,
Das ist grob Heu und Windelein,
Darauf du König groß und reich
Herprangst, als wär's dein Himmelreich.

13. Ach, mein herzliebes Jesulein,
Mach dir ein rein, sanft Bettelein,
Zu ruhen in meins Herzens Schrein,
Das ich nimmer vergesse dein.

15. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron,
Der uns schenkt seinen ein'gen Sohn.
Des freuen sich der Engel Schar
Und singen uns solch neues Jahr.

Im Jahre 1555 kam noch eine weitere Strophe hinzu. Diesmal allerdings aus einer anderen Feder: Valentin Triller schien der Anfang des Liedes wohl zu abrupt. So dichtete er eine Strophe zur Einleitung hinzu:

Es kam ein Engel hell und klar
von Gott aufs Feld zur Hirtenschar;
der war gar sehr von Herzen froh
und sprach zu ihnen fröhlich so: