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Reden wir von der Liebe

Florian Russi (Hrsg.)

Liebe ist ein Thema, das jeden berührt...Ein manchmal ernüchterndes und zugleich poetisches Buch.

Andreaskirche

Andreaskirche

Anette Huber-Kemmesies

Relief über dem Eingang
Relief über dem Eingang

Die Andreaskirche gehört zu den ältesten Kunstdenkmalen Erfurts. Ihr Baujahr kann nicht richtig bestimmt und nur auf urkundliche Quellen zurückgeführt werden. Diese berichten, dass die Kirche schon 1182 bestand. Anderen Schriftquellen zufolge soll sie erst 21 Jahre später, also 1203 entstanden sein, doch kann das genaue Baujahr nicht mehr an architektonischen Hinweisen abgelesen werden, da die hier erwähnte Steinplatte nicht mehr vorhanden ist, von der in einer Nachricht, 1769 verfasst, gesprochen wird:

„Unser Gotteshaus ist 1203 erbaut worden ... Diese Nachricht ertheilet uns die Inschrift eines Steines in der Mauer dieses Gebäudes ... bestätigt durch die Überschrift des Bildes über der großen Kirchentür nach dem Andreasthore zu gelegen."

Hinteransicht
Hinteransicht

 

Auch die mehr als 17 Umbauten der Kirche tragen zu dem nebulösen Gründungsdatum bei. Diese belaufen sich auf kleinere Sanierungen, wie beispielsweise die Erneuerung der Fenster nach 1325, für die es einen Ablass von 40 Tagen gab. Die baulichen Veränderungen waren meistens praktischer Natur, wie zum Beispiel die Verbindung der Kirche mit dem Chor des Frauenklosters im Jahre 1484. Die Stadtbrände in den Jahren 1416 und 1472 schadeten der Andreaskirche wenig, wie eine Nachricht von 1416 belegt:


„so kam zwar auch die Kirche S. Andreae in größte Gefahr und verlor bei dieser Gelegenheit einen ansehnlichen Teil ihrer Urkunden. Dennoch war der durch dieses Feuer verursachte Schaden so beschaffen, daß dieses Gotteshaus leicht wieder konnte hergestellt werden."

In der kleinen beschaulichen Kirche nahe dem Petersberg können verschiedene Kunstschätze besichtigt werden: Schon über dem Eingang am Südportal kann ein Relief aus dem 14. Jahrhundert bestaunt werden. Im Innern der Kirche befindet sich ein ca. neun Meter hoher und fünf Meter breiter Tannenholzaltar aus dem 17. Jahrhundert, der die Gethsemane-Szene mit Jesus am Ölberg zeigt. Auch die sogenannte Kummerorgel, benannt nach ihrem Erbauer Johann Georg Kummer, ist ein reizvolles Stück aus dem 18. Jahrhundert. Sie wurde in den 1980er Jahren umfassend rekonstruiert. Aber der wohl bedeutendste Kulturschatz, den die Andreaskirche beherbergt, ist das hölzerne Modell der Grabplatte Martin Luthers (Schnitzer unbekannt), die als das heute ältestes bekannte Lutherdenkmal gilt.


***
Textquelle: Ernst Haege: Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen. Die Stadt Erfurt. Allerheiligenkirche, Andreaskirche, Augustinerkirche, Barfüsserkirche, August Hopfer Verlag Burg 1931

Fotos: Anette Huber-Kemmesies

Andreaskirche

Andreasstraße 14
99084 Erfurt

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