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Um 1815 zwei Männer, beide Maler der Romantik – der eine in London, der andere in Dresden; der eine weltoffen, der andere düster melancholisch. Es sind J. M. William Turner und Caspar David Friedrich.
Friedrich Nerly

Friedrich Nerly

Lisa Naundorf

Friedrich Nerly Selbstportrait 1828
Friedrich Nerly Selbstportrait 1828

 

 „... und bedenkt, dass immer währende Studium der realen Natur ..."

Diesem Satz wird der romantische Maler Friedrich von Nerly sicherlich schon überdrüssig gewesen sein, sagte ihn doch sein späterer Mentor, Freiherr Carl Friedrich von Rumohr, ständig, um das Talent für Naturmalerei und Detailgenauigkeit aus dem jungen Friedrich herauszukitzeln.

Nerly wurde 1807 als Friedrich Nehrlich in Erfurt geboren und begann früh mit zeichnen. Sein Onkel, welcher Musiker war, entdeckte sein Talent und förderte es – erst durch Zeichenunterricht, später durch eine Ausbildung zum Lithografen.

In jungen Jahren machte er Bekanntschaft mit Freiherr Carl Friedrich von Rumohr und wurde ab 1823 zu einem seiner besten Schüler. 1827 begleitete er Rumohr bereits auf eine Reise, die sie quer durch Deutschland und schließlich nach Italien brachte. Dort beschloss Nerly, auch den Süden des Landes und v.a. Rom zu bereisen, woraufhin er seinen Namen Nehrlich in Nerly änderte.

1835 zog er endgültig nach Venedig, wo er als Künstler tätig war und durch seine Veduten von ganz Venedig bekannt wurde. Hier heiratete er eine venezianische Adlige, mit der er einen Sohn zeugte, welcher auch Künstler wurde.

Zu den bekanntesten Werken Friedrich Nerlys gehört das Gemälde „Piazetta bei Mondschein”, welches er sechsunddreißigmal anfertigen musste, da es sich allgemeiner Beliebtheit erfreute. Außerdem malte er Aquarelle und Ölskizzen, die meist Venedig mit seinen Palästen und Gondeln thematisierten. Durch seine Stadtansichten erlangte er zu Lebzeiten Ansehen und trat der Kunstakademie bei, jedoch verblassten die Erinnerungen an ihn nach seinem Tod rasch.

Als er 1883 in Venedig starb, vermachte er seinem Sohn den gesamten Nachlass. Dieser spendete Erfurt, der Heimatstadt seines Vaters, über 800 Zeichnungen und Bilder zum Andenken an Nerlys Schaffen. Diese Sammlung war ein wichtiger Grundstein für die Gründung der Gemäldegalerie im Angermuseum 1886 und so geriet Friedrich Nerly nicht ganz in Vergessenheit.