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"Es kommt nur auf die Vermittlung an", meint Pauker Jürgen Klose.
In dem Buch "Kennst du Friedrich Schiller?" stellt er  Jugendlichen den großen Klassiker, der wohl ein kreativer Querkopf mit allerlei Flausen gewesen zu sein scheint, ganz ohne Pathos vor. Zugleich führt er den Leser unkompliziert und zeitgemäß zum Werk Schillers.

Friedrich Schiller

Friedrich Schiller

Anna Berger

Zeitweiliger Besucher

Der hochgerühmte deutsche Dichter Johann Christoph Friedrich von Schiller (1759–1805) weilte des Öfteren in Erfurt. In der Zeit von 1787 bis 1803 hielt er sich mehrfach in der Stadt auf. Seinen ersten Besuch in Erfurt stattete Schiller 1787 einer im Ursulinenkloster lebenden Tochter einer Bekannten ab. Drei Jahre später traf er hier auf seinen Förderer, den kurmainzische Statthalter von Dalberg, um ihn bezüglich des Fortgangs seiner Karriere um Rat zu fragen. Dalberg hatte Gefallen an dem Dichter gefunden und riet ihm entschieden, seine schriftstellerische Laufbahn weiterzuverfolgen. Ihm verdanken wir also das ein oder andere Meisterwerk deutscher Dichtkunst.

Schiller zählte auch zu den zahlreichen Gästen im „Dacheröderschen Haus". Den Ostflügel des Renaissance-Baus bewohnte die Familie des ehemaligen Mindener Kammerpräsidenten Karl Friedrich Freiherr von Dacheröden, mit welcher Schiller sehr verbunden war. Die Tochter des Hauses, Caroline von Dacheröden, unterstützte ihn tatkräftig bei seiner Werbung um Charlotte von Lengefeld. Caroline heiratete später Schillers guten Freund Wilhelm von Humboldt, mit welchem er Zeit seines Lebens im Austausch stand.

1790 kam Schiller nach Erfurt, um hier seine zukünftige Frau und deren Familie in Empfang zu nehmen, bevor sie drei Tage später gemeinsam nach Wenigenjena aufbrachen, wo am 22. Februar 1790 in der nach ihm benannten Schillerkirche die Hochzeit stattfand.

Im Festsaal der barocken kurmainzischen Statthalterei wurde Schiller, mittlerweile Professor zu Jena, Anfang des Jahres 1791 zum Mitglied der Erfurter Akademie der Wissenschaften gewählt. Im selben Jahr wohnte er im „Kaisersaal" des Ballhauses der Erstaufführung seines „Don Carlos" in Prosa bei.
Ins gleiche Jahr fällt auch Schillers längster Aufenthalt in der Stadt. Für etwa sechs Wochen wohnte er mit seiner Frau im „Haus zum Bürgerstreit", am „Plänchen vor der langen Brücke", heute Lange Brücke 36. Währenddessen schrieb der Dichter an seiner „Geschichte des Dreißigjährigen Krieges" und traf den Entschluss, seinen „Wallenstein" zu verfassen.

Zwei Jahre vor Schillers Tod im Jahre 1805 bereiste er das inzwischen preußisch gewordene Erfurt ein letztes Mal. Er wurde vom ansässigen Offizierskorps zu einem Fest eingeladen, an welchem er mit Vergnügen teilnahm.